pH-Wert

Der pH-Wert gibt an, ob eine Flüssigkeit sauer, neutral oder basisch (alkalisch) reagiert. Die pH-Wert-Skala reicht von 0 (sehr sauer) bis 14 (sehr basisch). Der Neutralpunkt liegt bei 7. Rechnerisch gibt der pH-Wert den Säuregrad einer Lösung an. Chemisch exakt ist der pH-Wert der negative dekadische Logaritmus der Konzentration an Hydogenium-Ionen.

pH = -log [H3O+]          

Säurebildende Hydrogenium-Ionen (H3O+) und laugebildende Hydroxid-Ionen (OH-) stehen im Gleichgewicht. Je mehr Hydrogenium-Ionen umso weniger Hydroxid-Ionen und umgekehrt.

pH + pOH = 14

Für die aquaristische Praxis wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass sich bei einer pH-Wertänderung um nur eine Stufe, die Konzentration der dafür verantwortlichen Ionen um das 10fache, bei zwei Stufen um das 100fache und bei drei Stufen um gar das 1000fache usw. ändert.

Die meisten Süßwasserfische und -pflanzen können nur innerhalb eines Bereiches von pH 6-8 überleben. Manche Spezialisten wünschen auch pH-Werte um 5 oder 9. Seewasserfische benötigen pH-Werte zwischen 8,2 und 8,4. Eine Übersicht über die pH-Skala zeigt Abb. 3. Die Einhaltung eines möglichst konstanten pH-Wertes im neutralen Bereich um 7

ist aus folgenden Gründen empfehlenswert:

Da eine Änderung des pH-Wertes um nur eine Skaleneinheit, wie bereits beschrieben, einer 10fachen Änderung der dafür verantwortlichen Ionenkonzentration entspricht, bedeuten pH-Änderungen eine große Belastung für alle wasserlebenden Organismen, sowohl Fische als auch Pflanzen und Mikroorganismen. Bei Fischen kann erhöhte Anfälligkeit gegen Krankheiten, bei Pflanzen schlechtes Wachstum und bei Mikroorganismen sogar deren Absterben eine Folge von plötzlichen pH-Schwankungen sein.

Unter den Fischen und Pflanzen gibt es Arten, die mehr den sauren Bereich um pH 6-6,4 und andere, die mehr den neutralen bis leicht basischen Bereich um pH 7,5 oder mehr bevorzugen.

 

Bei einem kontrolliert eingestellten pH-Wert im neutralen Bereich um 7 lassen sich die meisten Arten optimal pflegen.


Bei einer Entwicklung des pH-Wertes zum einen oder anderen Extrem hin lassen sich nur Arten pflegen, die den entsprechenden Bereich bevorzugen.  

Der Ab- und Umbau organischer Abfallprodukte zu Nitrat über Ammonium und Nitrit ist eng mit dem pH-Wert gekoppelt. Weiterhin besteht ein direkter Zusammenhang zwischen pH-Wert, CO2-Gehalt und Karbonathärte.  

Bakterien, die sog. Nitrifizierer, leisten den biologischen Abbau organischer Abfallprodukte im Aquarium und verhindern so eine Vergiftung der Fische durch Ammonium oder Nitrit. Diese Bakterien finden im Süßwasser optimale Lebens bedingungen bei pH­Werten um den Neutralpunkt. Werte unter 7 und über 8 wirken sich nachteilig auf das Wachstum und damit die Reinigungsleistung dieser Bakterien aus. In Anbetracht dessen, dass nitrifizierende Bakterien ohnehin schon sehr langsam wachsen, sollte man bestrebt sein, dies nicht auch noch durch ungünstige pH­Werte oder gar pH-Schwankungen zu beeinträchtigen. Dies gilt ganz besonders für neu eingerichtete Aquarien, in denen sich eine Bakterienkultur erst langsam aufbauen muss.

Weiterhin hat der pH-Wert direkten Einfluss auf die Giftigkeit der Ammoniumverbindungen im Wasser. Um pH 7 und darunter liegen sämtliche Ammoniumverbindungen als das für Fische weitgehend ungiftige Ammonium (NH4+) vor. Je höher der pH-Wert steigt, desto mehr entsteht aus Ammonium das für Fische hochgiftige Ammoniak (NH3). 

In stark besetzten Aquarien können unter bestimmten Umständen (unterdimensionierter Filter, keine oder wenig C02-Versorgung u.a.) gefährlich hohe Ammoniakkonzentrationen erreicht werden. Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich in einem solchen Fall eine drastische pH-Wert­Senkung auf Werte um 7 z.B. durch z.B. "JBL Aquacid"(Handelsname). Danach sollte jedoch bei nächster Gelegenheit ein mindestens 50 %iger Wasserwechsel erfolgen. Langfristig muss die Ursache beseitigt werden, die zur Anhäufung von Ammoniak bzw. Ammonium geführt hat. Dabei muss darauf geachtet werden, ein bakterienfreundliches Milieu zu schaffen. Das heißt: Der Beckengröße angepasster, moderater Fischbesatz (max. 1 cm Fisch pro Liter Wasser!), angemessene, nicht zu gut gemeinte Fütterung, ausreichende Sauerstoffversorgung durch gute Bepflanzung (kein Ausströmer!), möglichst gleichbleibende übrige Wasserwerte (pH, C02 etc.) in Verbindung mit einer leistungsfähigen biologischen Filterung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright © 2005 Peter Schmid - Wissenschaftliche Beratung
Stand: 18. Juli 2009